on the Road again

Nicht dass ich in irgendeiner Weise ein Globetrotter oder sonstiger Reise-Freak wäre, aber das Schicksal hat entschieden, dass Familie Heginger (2024) – für unsere Verhältnisse – außergewöhnlich oft St. Pölten verlassen hat. 


·         24. - 28.3.2024 Amsterdam
·         13. - 20.7.2024 Caorle -  Mondsee
          (nein, nicht nur der übliche Kaffee auf der Raststation)
·         20. - 23.9.2024 Belgien/Flandern
·         26. - 31.10.2024 Gran Canaria
 ·        9. - 10.12.2024 München (Nik Kershaw 1984)

und gaaaanz weit unten:
 

·         12. - 19.7.2025 Caorle  

·         7. - 10.8.2025 London

·         4.10.2025 Fürstenfeld 


Es gibt berufenere als mich, über das Reisen an sich, Reiseziele oder einfach nur Reiseerlebnisse berichten zu können. Ich stehe dem ganzen Zirkus nämlich zunehmend kritischer gegenüber. 

Meist beginnt es damit, dass man auf dem Weg nach Wien-Schwechat irgendwo seine Menschenwürde verliert. Wann und wie das geschieht hängt natürlich von Tagesverfassung, Wetter, Sicherheitskontrollor, Sitznachbar, Verkehrsmitteln, etwaigen Streiks usw. ab. Ob man sie vor hoffentlich erfolgreicher Landung in Wien (bzw. der ersten Grundreinigung nach langer Zeit) wieder zurückbekommt, hängt wiederum entscheidend von vielen Faktoren im Urlaubsort ab. 

Und es gibt selbstredend auch andere Modelle, wie man eine Flugreise umgehen kann: Modell Backpacker, Modell Wohnmobil/Wohnwagen, Modell Eisenbahn, Modell Radreise, Modell Jakobsweg/Selbstfindung usw. (wer das halt mag)


Da wir 2019 (also im „Jahr davor“) Modell „Seniorenbusreise“ (aber mit Anreise per Flugzeug) ausprobiert haben, kam ich danach einmal mehr zur Überzeugung, dass das Abenteuer Tourismus zur Hauptreisezeit einer ähnliche Zukunft wie Winterurlaub in Österreich unter 1000 Höhenmetern entgegenstrebt. Nach überstandener Reise nahm ich mir fest vor, 2020 in kein Flugzeug mehr zu steigen! – und dieser Vorsatz wurde bereits 2019 gefasst, nicht erst zwangsweise Anfang 2020. Denn wider Erwarten wurde mir mein Vorhaben aus den bekannten Gründen ja sehr leicht gemacht. 

Das Retromodell „mit dem Auto zum Neusiedlersee“ entwickelte daraufhin einen erstaunlichen Charme in diesem Jahr. Der burgenländische Landeshauptmann war so freundlich, und gewährte uns Niederösterreichern sogar Seezugang. Und alle, die 2020 schon wieder die nächste Fernreise gebucht hatten fanden in Österreich zum Teil kein Plätzchen mehr. Gut, dass mein Vorsatz schon so früh gefasst wurde… 

Und man nutze die Zeit ja einmal mehr, um über die Zerstörung der Welt und den Segen des flugverkehrfreien Sommers zu berichten. Und man steigt seither vermutlich mit noch schlechterem Gewissen in den Kurzstreckenflieger ein. Je schlechter das Gewissen wird, desto mehr Ausreden gibt es selbstverständlich auch dafür es zu tun. 

Konsequent und umweltorientiert weitergedacht wäre der Begriff „Reise“ ja irgendwann dann wirklich nur mehr der Aktionsradius der Eisenbahn -  Zumutbare Entfernung zum Bahnhof und „passender“ Fahrplan“ vorausgesetzt. Und natürlich auch eine Eisenbahn die die (erfreulicherweise!) stark steigende Nachfrage auch einigermaßen komfortabel bedienen kann (kann sie zur Zeit nicht!). 

Oder anders gesagt: Mitteleuropa - und das war’s (in meinem Fall) 

Es gäbe (in meinem Fall) wahrlich schlimmere Szenarios, aber es gibt anders gestrickte, andere Befindlichkeiten, die Reisenotwendigkeit der Jugend, die gewünschte Mobilitätsbereitschaft der Arbeitnehmer oder die Reisewut der Pensionisten, für die dieses Szenario undenkbar ist.  
Und natürlich wird bis dahin auch noch der erneuerbare Flugzeugtreibstoff und das „ökologischer- Fußabdruck-optimierte-Flugreisen“ erfunden sein. 


Also stieg auch ich (bereits 4x!) nach 2021 wieder in ein Flugzeug ein. Meine gesunde Reiseeinstellung „Erwarte das schlimmste, dann wirst du von weniger schlimmen Dingen positiv überrascht“ bewährt sich, denn die letzten beiden Urlaube würde ich, als gelungen bezeichnen. 

„Gelungen“ in dem Sinn, dass man froh sein muss im Mittelmeerraum nicht in eine Waldbrandkatastrophe zu geraten. Oder wenn man sich freut, weil das Thermometer in den Mittagsstunden die 40 Grad knapp nicht erreicht. Da man kein Pessimist mehr sein muss um diese Entwicklung für die nächsten Jahre zu zeichnen, wäre es vermutlich eine zukunftsträchtige Investition sich JETZT eine kleine Ferienbleibe an der Nordsee zu sichern. Sylt ist das neue Mallorca!  


Eines der ältesten Kapitel im großen Buch der Paranoidität und des Cybercrimes besagt ja, nicht im Web öffentlich zu machen, wann man wo ist, weil sonst sofort die Wohnung/das Haus geplündert wird. Aus diesem Grunde gibt es kurze Reiseeindrücke also immer NACH der Reise um den Langfingern das Leben nicht zu leicht zu machen. 



In diesem Sinne! – Gute Reise und immer wieder mal hier her schauen und Reiseeindrücke zu sehen

Angelika am abendlichen Strand

Boat n' Breakfast

from se Rialtobridge (16.7. Venedig)

Venedig

Papa und Tochter

Mama und Tochter

Strand am Abend

2 kleine Italiener....

Caorle by night

356er by night

Zufällig über die Windische Höh an Bad Kreuzen vorbei - hier anno 2024

 hier anno 1983 (Agnes&Walter)

 und hier anno 1987 (Agnes&Walter)

Belgien – Flandern – September 2024

Wir haben es wieder getan! Pensionistenreise (Sylvia und ich - Angelika hat Schule) – Diesmal sind wir garantiert wirklich die jüngsten! Unser Reiseleiter Josef empfängt uns schon in Wien Schwechat und sammelt seine Schäfchen am Gepäckband Brüssel ein. Leider steht in den Unterlagen, dass wir einander erst in Brüssel „nach der Gepäckabgabe“ treffen – doch dazu später mehr.

Wer tritt also so eine ÖAMTC-Pensionistenfahrt an?

  • Das ältere Paar aller denkbaren Grantigkeitsgrade.
  • Die langjährigen Freundinnen – nicht mehr - oder Gott sei Dank nicht von gelangweilt drein blickenden Männern behelligt. Ist es doch unbemannt leichter kritisch aber auch überaus interessiert zu sein
  • Die alleinstehende Frau – ähnlich den langjährigen Freundinnen nur eben alleine


  • Der alleinstehende Mann? Fehlanzeige! (noch dazu auf einer Kulturreise…..?) – Den gibt es nicht! Männer tun sich da eher in Rudeln zusammen fliegen etwa zu einem Fußballmatch und genießen vor- oder und nachher (um in Belgien zu bleiben) den Genuss von über 2000 Biersorten… 


Wir erreichen den Bus am Ende der Flughafen-Prärie Brüssel nach gefühlten 2 km Fußmarsch durch die Flughafen-bedingten Dauerbaustellen. Sind wir wirklich komplett?

Unser gemütlicher und stolzer Bauchträger Peter (der erste lokale Reiseführer) bemüht sich, uns die Wartezeit im Bus zu verkürzen. Jemand ist jetzt schon verloren gegangen? Nach ein paar Mal durchzählen wird entschieden vollzählig zu sein. 

Sind wir nicht! Zwei in Schwechat-zu-knapp-kommer (und daher zwecks Treffpunkt auf die Reiseunterlagen vertrauenden) werden mit dem Taxi zum ersten Stopp dirigiert: Erst beim Atomium sind wir alle vereint!

5 Minuten für das obligate Foto des Weltausstellungssymboles 1958 – weniger (auch ich) wissen vielleicht, dass dahinter imposante Bauten von der Weltausstellung 1935 stehen!

Nach dem unrunden Beginn (Stichwort vollzählig oder nicht?) beginnt der übliche Kampf mit der Klimaanlage – zu kalt, zu zügig, zu heiß….

Peter, ein studierter Deutsch-und Englischlehrer plaudert sehr vergnüglich, sehr flüssig und witzig aber dennoch mit liebevollem Akzent vor sich hin. Der Bus müht sich im Schritt-tempo durch die von Baustellen, Staus, Straßenbahnen, Fahrrädern, E-Rollern und Reisebussen verseuchte Stadt.

Schließlich erreichen wir den 2. Höhepunkt der Reise! Eine Schokoladen-Manufaktur. Auch dort brilliert ein dickbäuchiger Belgier in seinem Vortrag über die Einzigartigkeit der belgischen Schokoladetradition. Selbstredend kaufen wir nachher artig ein.

Nach weiteren Irrwegen an historischen Sehenswürdigkeiten vorbei erreichen wir unser sehr zentral gelegenes Hotel „nh Grand Place Arenberg“.

Wir genießen den Zimmerbezug und eine knappe Stunde um schnell einen Burger hinunterwürgen zu können. Unmittelbar neben dem Hotel: Kathedrale St. Michael und St. Gudula (Brüssel) – Wikipedia

Dort beginnen wir unseren Rundgang mit Josef und Peter, der uns noch durch die historische Galerie (Luxus Einkaufsmeile) und - oh Wunder! - zu diversen kleinen pissenden Brunnenfiguren (ja jetzt gibt es auch schon ein Mädchen!) führt.

Erinnerungen an Dürnstein, Hallstatt, Schottland werden wach – wir sind nicht die einzigen Touristen hier!

Beeindruckend ist natürlich auch der Grand Place mit seinen wunderschönen Zunfthäusern! Peter verabschieden wir beim Manneken Pis. 


An dieser Stelle eine kurze Ergründung der Species Reiseführer….  

Der/Die ReiseführerIn hat natürlich – je nach Reiseprogramm (in der Regel immer zu dicht) eine gewisse Gehgeschwindigkeit. Diese ist meist diametral zu den Gehgewohnheiten- und fähigkeiten der staunenden Pensionäre angesiedelt.

Die meisten dieser ReiseführerInnen sprechen dann für die ihnen unmittelbar folgenden gerade noch hörbar eine unglaubliche Menge an Zahlen und Daten aus. Die Lautstärke ist aber ebenso diametral zu den Hörgewohnheiten der Pensionären anzusehen.

Manche der ReiseführerInnen verwenden Fähnchen, Regenschirme, Selfiesticks etc. um den zurückgebliebenen zumindest eine Illusion des Erläuterten vorne am Horizont zu geben.

Viele geben auf! – Die meisten werden am Rückweg, gemütlich in einem Cafe‘ sitzend wieder aufgelesen.


Trotzdem: Eine Revolte gegen den Guide hätte eine sofortige Ent-Lemmingisierung zur Folge. Orts- und Sprachkenntnis, Zeitplanung und Organisationstalent müssten in der Sekunde auf einen dann aber sicher schon aufzeigenden Alpha-Pensionisten übergehen.

Peter – das darf schon verraten werden hat sich unter den vielen Guides die wir kennen lernten aber gut geschlagen!

Tag2 - 21.9.2024


2 Städte in 10 Stunden – wir fahren mit unserem neuen Guide (?) nach Gent – dort ist er her. Gent vermittelt eine Mittelalter-Illusion, die 1913 (es war einmal mehr Weltausstellung in Belgien) wieder hergestellt wurde.

Da konnte es schon passieren, dass eine Zunfthaus „neu“ nachgebaut wurde, welches dann erst in den 70er Jahren hinter einer „modernen“ Fassade wieder entdeckt wurde – somit steht es nun zweimal in Gent.

Beeindruckend war die Virtual reality-Führung (besser Hinführung) zum Genter Altar und seiner atemberaubenden Geschichte (die u.a. auch ins Salzbergwerk Bad Aussee führt oder eine bis heute verschollene Tafel beinhaltet).

Es wird sehr heiß, die Massen erobern auch schön langsam die schöne Stadt – für ein Häppchen bleibt auch nur eine knappe Stunde Zeit. Wir finden nur ein überteuertes Starbucks Sandwich, mein erstes belgisches eiskaltes Bier hole ich mir für 2 € (!) aus dem Souvenirshop am Eck.  Wir gehen wieder zum Bus und fahren nach Brügge.

War einem Gent schon zu viel, der sollte in Brügge erst gar nicht aussteigen. „Das Venedig des Nordens“ hat seinen Ruf vermutlich von den venezianischen Besucherzahlen bekommen.

Es ist in der Tat ein wunderbar malerisches Museums-Städtchen und wir genießen obendrein Kaiserwetter – ja fast zu viele Sonne, um die 30 Grad und viel zu wenig (Trink)Wasser.

Historisch viel zu wenig erforscht ist nämlich auch die große Supermarktflucht der belgischen Supermärkte (ausnahmslos) nach Österreich! Haben wir zu viel, haben die Belgier viel zu wenig! 

Hat man das Glück Wasser zu finden, sind 2 bis 4 Euro pro Fläschchen zu kalkulieren. Wasser zu lassen kostet übrigens nur rund 1 Euro… wer sparen will trinkt Bier!

Unser Guide (?) erweist sich als introvertierter Wenigsprecher, dafür das wenige sehr leise. Wir werden geteilt und die andere Gruppe hat einen eigenen Guide der sich offenbar als „Plauderer“ entpuppt. Wir treffen gegen 16.00 am blödesten Ort von Brügge (=Engstelle wo sich in der prallen Sonne transpirierende auf das Boot wartende und durchwälzende Touristenmassen treffen) wieder zusammen.

Sensationeller Weise besteigen wir vor der endlosen Warteschlange das für 16.00 gebuchte Boot. Die Kanalfahrt war ein Highlight! – Teilweise Schatten (zumindest unter den kühlen Brücken) und wirklich sensationelle Eindrücke in Kombination mit einem endlich mal extrovertierten Kapitän.

Verzückung nicht nur bei den Pensionärinnen – Alle Köpfe blieben heil, auch bei der niedrigsten Brügge…

Danach rast Reiseleiter Josef mit Kunstsinnigen noch in die Liebfrauenkirche (Brügge) – Wikipedia  (zur Brügger Madonna) die angeblich noch 20 Minuten geöffnet ist

Der Rest möchte zum Bus – nur unser Guide (?) irrt schweigend oder unhörbar sprechend mit uns durch die heißen sonnendurchfluteten Gassen.

Der geballte wiener Pensionistengrant kann ihm wenig anhaben. Wir finden unseren Weg zum Bus mehr oder weniger alleine – (?) verabschiedet sich nicht wirklich und blieb dann offenbar in Brügge.

Beim Bus wird das kleine Kaffee- und Snackmobil gestürmt. Grantige, vordrängende wiener Pensionistinnen ordern Wasser und Kaffee. Ihre Männer sitzen apathisch und dehydriert in der Sonne. Brügge sehen … und sterben?  heißt es ja bekanntlich….

Tag 3 - 22.9.2024:

Es geht mit dem Zug nach Antwerpen. Brüssel Centraal versprüht den Charme der 40er Jahre. Wir steigen aber schon vor Antwerpen in Bechem aus. Dort empfängt und Helga, eine sehr quirlige gelernte Krankenschwester (Ein erleichtertes Aufatmen geht durch die Pensionistengruppe) mit deutscher Mutter- und Großmutter).

Bechem hätte 1970 beinahe das Schicksal vieler „in die Jahre gekommene“ Stadtteile ereilt: Die Schleifung. Heute ist es ein Viertel mit wunderschönen Jugendstilhäusern und astronomischen Mieten. Unser mühsamer Weg erfolgt über Stock und Stein, da die gesamte Straße (bzw. Straßenbahntrasse) neu angelegt wird.


Danach fährt Helga und Josef mit uns nach Antwerpen. Auch der dortige Bahnhof (insb. das dortige Cafe‘) zieht uns gleich mal in den Bann.

Heute fahren wir Straßenbahn. Höre ich noch einmal Wehklagen über mangelnde Barrierefreiheit in Wien’s Öffi-Stationen lade ich zur Exkursion in….so ziemlich jede andere europäische Stadt ein. Kaum eine Rolltreppe oder ein Lift funktionieren in Antwerpen! Sylvia und ich stört das weit weniger also so mache über 65-jährigen… (zu denen wir offiziell Kraft unseres Seniorentickets aber auch zählen!) 

Es geht vorbei an der Liebfrauenkathedrale die wir trotz Ankündigung nicht von Innen sehen werden. Helga macht Ihre Sache aber gut – am Brunnen vor dem Rathaus sehen wir anschaulich, dass Antwerpen „Hand werfen“ bedeutet. Wir besichtigen noch einen sehr original erhaltenen Fußgängertunnel (samt Holzrolltreppen) aus den 30er-Jahren unter der Schelde durch. Antwerpen hat keine Brücken – nur Tunnel!

Danach besteigen wir noch die Burg Steen

Die Mittagspause ist wie üblich kurz, für Kunstsinnige die für Peter Paul Rubens in die Kathedrale stürmen wollen ist sie fast nicht vorhanden. 

Wir streifen dann abschließend noch durch das Rotlichtviertel (die indignierte Pensionistin: „Bitte was tun wir eigentlich hier?“) Wider erwarten geht kein Mann verloren.

Den Abschluss bildet der Besuch des MAS mit Blick auf den Antwerpener Hafen (Willkommen | Museum MAS)

Mit Straßenbahn und Zug geht es danach wieder nach Brüssel zurück. Helga steigt in Bechem aus – auch sie hat sich gut geschlagen! 

Tag 3 - 23.9.2024:

Es geht mit der U-Bahn in Europas Machtzentrum. Zunächst sehen wir Berlaimont – auf in den frühen 60er Jahren um hunderte Mio Euro angekauften Grundstücken (zu Lasten eines ganzen Stadtviertels)

Von dort bahnen wir uns den vernieselregneten Weg über (wie üblich) äußerst steile Stufen Richtung EU-Parlament. 

Über die Esplanade Solidarnosc geht es zu einem Eingang, vor dem Josef einmal mehr Anweisungen über das folgende Programm gibt. Wir erfahren wie üblich, was wir alles nicht sehen werden und welche Schwierigkeiten im Eingangsbereich zum Plenarsaal auf uns zukommen werden. Einige resolute Pensionisten, von Josef’s irreführenden Schachtelsätzen einmal mehr gelangweilt, haben genug gehört und wollen das Gebäude betreten. Wie vorausgesagt verweigert ein braver EU-Soldat den Einlass.

Josef ist weiter in das Gespräch mit einer Kleingruppe vertieft und wird um Hilfe gebeten. Josef schreitet ein und verkündet, dass wir ja gar nicht in DIESES Gebäude hinein gehen, sondern immer noch einige Schritte vom Plenarsaal entfernt sind. Zu meinem höchsten Vergnügen entdecken wir aber schon die beiden resoluten Pensionistinnen, die am Wachmeister vorbei durch die Sicherheitsschleuse eingedrungen sind. Wir sehen sie von außen Mutterseelenallein in den Räumlichkeiten IRGENDWAS interessiert begutachten, während Ihre Ehemänner an (schallisoliertes? gepanzertes?) Glas klopfen. Die Damen sind so interessiert, dass sie es nicht hören.

Möglicherweise ist längst ein Teil des Brüsseler EU-Viertels hermetisch abgeriegelt, weil eine wiener Pensionistentruppe derart außer Kontrolle geraten ist.

Josef gelingt es trotzdem die beiden Damen wieder auf den Pfad der Tugend (zum Plenarsaal) aus dem Hochsicherheitstrakt zu befreien.

Das für mich absolute Highlight der Reise!

Auch im (richtigen) Eintrittsbereich zum Plenarsaal gibt es tatsächlich einige Hürden zu überwinden bis wir ausgestattet mit Audio-Guide und mittels Reisepass ausgedrucktem Besucher-Schild in das Herz der europäischen Demokratie vordringen. Auf der Plenarsaaltribüne befindet sich direkt neben uns eine von einem "echten" Kenner geführten deutschsprachige Reisegruppe mit Roland Adrowitzer (!) Das erschwert natürlich die Konzentration auf den Audioguide...
Ein Cola kostet für arme EU-Parlamentarier im dortigen Getränkeautomaten auf einmal nur 1,10€. Auch hier wird unsere Zeit knapp und wir begeben uns nach einem (für mich wenig spektakulärem) Besuch wieder nach draußen.

Nach der U-Bahn Fahrt trennt sich die Gruppe wieder in Brüssel Centraal. Ein paar wenige (wie wir) wollen nocheinmal nach Heysel fahren und das Atomium von innen bewundern.

Sylvia hat sich für unseren Mehraufwand den dortigen Eintritt erwartet, den wir aber einmal mehr selbst entrichten müssen. Nur ich erwerbe ein Ticket. Inside Atomium ist ein Retroausflug in die 50er Jahre und dank einer modernen Licht- und Klanginstallation wirklich ein Erlebnis! Ein sehr schöner Ausklang einer äußerst dicht gefüllten Reise.


Die restliche Zeit genießen wir noch ein gutes (spätes) Mittagessen und meine erste und letzte kalorienreich belegte belgische Waffel.

Um 16.15 (statt verkündet 16.30) eile ich als letzter aus dem Hotel zum bereits wartenden Bus. Unser Flug hebt um 19.55 ab – um 21.45 landen wir gut in Wien

Kathedrale Brüssel

Das (neu gebaute) Heysel Stadion - Hier ereignete sich die Endspieltragödie 1985

inside Atomium - 50er Jahre chic'

aus dem Atomium (Blick auf Weltausstellungsgelände 1935)

Grand Place by night

Zunfthäuser Brüssel by night

Zukunft anno 1958

Belfort Gent

Aufgebautes Mittelalterschloß Gravensteen  Gent

alter Hafen Gent

Belfried Brügge

Brügge by Boat

Tourist-Jam Brügge

Rathaus Brügge

Sint-Anna Tunnel Antwerpen

Bahnhofshalle Antwerpen

Brabobrunnen - Hand werfer - Antwerpen

Bechem

Jugendstil Juwele Bechem

Ein kleiner Mann mit großem Druck auf der Blase - dahinter Manneken Piss

Gran Canaria Oktober 2024

Sylvia ist 50, und wir feiern alle mit.

Das erste mal geht es ganz klimafeindlich auf einen entlegenen Kurztrip in den sonnigen Süden (Südwesten). Wir lassen die Oktobertrübe, die Hochwasserdepression hinter uns und jetten zu den Dünen auf Gran Canaria!

Eine christliche Flugzeit (13.10) zum christlichen Pauschalpreis. Die Anreise (wie früher!) auf Grund der krisengeschüttelten Westbahnstrecke wieder mit dem Auto.
Ein mazur Parkplatz quasi am Rollfeld, nur 8,5 km vom Shuttlebus entfernt, sorgen für eine weitgehend stressfreie Reise. 4,5 Std Sitzen im AUA Airbus (ist doch ein bissi sehr lang!), nur bedrängt von Servierwagerl und übergewichtigen Körperteilen aller Arten beim vorbeizwängen an eben diesen. (Anmerkung – Das passiert ausnahmslos immer dort und nur dann wenn ich am Gang sitze – also in Wahrheit erst beim Rückflug, aber ich darf wie üblich etwas ausschmücken….) 
Phasenweise habe ich den Eindruck, alles steht nur wir sitzen – aber es ist „nur“ die Schlange zum WC. Hurtig und problemfrei gelangen wir nach der Landung vom Airport Las Palmas Richtung Süden:

Maspalomas

 Der Bus dreht ein paar Schleifen durch gleichförmige Hotelburgen wo gleichförmige TouristInnen aussteigen – teilweise muss ich an den Sprung in der Matrix denken, aber es sind dennoch nicht immer ganz genau die gleichen Hotels.

Wir verlassen den Bus und stehen zunächst vor dem Nichts – Außer einem tollen Meeresblick und Bungalows. Denn unser Hotel (Santa Monica) ist abwärts also direkt an den Hang mit Ausgang im Erdgeschoß in die Dünen gebaut. Somit betreten wir die Lobby mit atemberaubendem Dünenblick im 5. Stock. Einen Begrüßungssekt später werden wir für die 5. Etage upgegradet. Der gefühlt etwa 2km lange Gang, an dem unser Rollkoffer mit beschädigter Rolle besonders eindrucksvoll laut am Fliesenboden klackert lässt die Vorfreude steigen!

Ja wir sind im Prospekt auf Seite 7 angekommen – Ein Zimmer, nein eher ein Appartement mit Bilderbuchausblick, Kaffeemaschine, Bademänteln, Hotelschlapfen und Begrüßungsschokolade um nur ein paar Highlights zu nennen wird kurze 5 Tage unseres sein. Und sogleich geht sich auch noch das Abendbuffet (im Hirn leider immer noch in der Rubrik „all you can eat“ abgespeichert) aus. Der Rezeptionist verkündigte uns stolz das heutige Motto „asiatisch“ – Angelika und mich freut es, die Jubilarin sieht unverkennbar weniger begeistert aus.

Es geht nun mit dem Lift 4 Stockwerke nach unten.

Nachdem wir uns durch viel zu viele Gänge und Köstlichkeiten probiert haben, versuche ich zumindest psychologisch mein Kulinarik-laissez-faire zu sanktionieren und beschließe fortan die 4 Stockwerke nach oben nach dem Essen zu Fuß zu gehen.

Jetlag, Zeitverschiebung und Winterzeit ermöglichen mir ein ausgeschlafenes Aufstehen kurz vor dem Sonnenaufgang über dem Meer.  Dieses Schauspiel werde ich nun fünfmal erleben und es wird fünfmal unterschiedlich sein – meist auch dank der Bewölkung über dem Meer.

Tochter braucht etwas länger, aber wir haben ja keinen Stress. Zudem muss ja auch das Frühstücksbuffet ausgiebigst erkundet werden. Auch hier übertreibe ich und tue hernach über 4 Stockwerke Buße.

Die folgenden Tage laufen ähnlich strukturiert ab: Sonnenaufgang, Erwachen und/oder erster Spaziergang (Angelika spricht immer von der „Düsen-Wanderung“) – Frühstück. 
4 Stockwerke Buße, Pool und/oder Wechsel durch die exklusive Hotelanlagentüre direkt (!) ins Naturschutzgebiet der Wanderdünen und Spaziergang an den Atlantik.

In der Früh ist es meist windstill, dann frischt eine Brise auf. Die Temperaturen betragen um die 28 Grad. Das Meer ist als durchaus sehr erfrischend zu bezeichnen. Schwere dunkle Wolken hängen über dem Bergland, unser Strand ist zwischenzeitlich bewölkt aber meist gut besonnt.

Die „Brise“ sorgt für rasche Trocknung – nicht mit dem hochsommerlichen „Brüt- oder Gar-Vorgang“ zu vergleichen, aber durchaus angenehm!

Am Strand selbst marschieren und joggen Heerscharen von Touristen und (ich hoffe auch!) Einheimischen in beide Richtungen. 
Vom Burkini bis zu ganz ohne ist alles dabei. Mir fallen auch sehr viele männliche Paare auf In den Dünen liegen auch eher spärlich Bekleidete herum, wobei mir eine Korrelation zwischen abnehmendem Anteil der Kleidungsstücke und fortschreitendem Alter auffällt. Und das genauer betrachtet (aber ich wollte es meist gar nicht so genau betrachten!!) bei Männern.

Der Typ, "alter stolzer weißer (aber ganzkörper-gebräunter) Pfau" – sprich Mann , der scheinbar ziellos (wohl aber um gesehen zu werden) pudelnackert und elegant durch die Dünen streift, ist leider öfters anzutreffen. 

Tochter Angelika ist geschockt – aber „noch“ leben wir in einer Gesellschaft wo auch das möglich und erlaubt sein darf. Und solange man die Freiheit des anderen weder als Bekleideter noch als Nackerter nicht einschränkt oder bedrängt  – Gott sei Dank!

Zurück in der Hotelanlage genießen wir das absolut nicht voll ausgelastete Hotel (sprich genug Liegen für alle), jederzeit frische Poolhandtücher und eine goldene Zimmerschlüsselkarte die fatalerweise auch als Kreditkarte im Hotel verwendet werden kann.

Das Verschieben der Eisenliegen (mit kleinen Rädern unter dem Kopfteilen) wird zwar in allen Sprachen auf Hinweisschildern beschrieben (Anheben!!!) gelingt aber keiner der anwesenden Nationalitäten fehlerfrei. 
Das markerschütternde Quietschen, bei dem sämtliche Körperhaare zu Berge stehen und sich Zehennägel augenblicklich einrollen, ist das einzig Trübende an dieser Idylle.

Die vielsagenden Blicke die sich Männer um uns zuwerfen macht den Ort noch mehr zu einer Insel der Seeligen.

Wenn nicht zwischenzeitlich Nationaltrauer ausgerufen wird, da auch Spanien (Region um Valencia) zu diesen Tagen eine Unwettertragödie nie dagewesenen Ausmaßes heimsucht. Davon kriegen wir hier (in Spanien!) gar nichts mit.

Meine abendlichen Bußgänge nach den köstlichen Buffets werden immer strapaziöser. 

1.       Stock Atemnot

2.       Stock erste Halluzinationen

3.       Stock Reinhold Messner erscheint mir und sagt oben wird alles gut sein

4.       Stock Keine Erinnerungen mehr (Auf einer Hotelüberwachungskamera werde ich später irgendetwas am Boden kriechendes dort sehen – angeblich soll ich das gewesen sein)

5.       Stock – Ziel (??) Nein Lobby.

Danach geht es über den gefühlt 2 km langen Gang, der nach Frühstück und Abendessen merkwürdigerweise rund 8km lang wird!

Und so gehen fünf eindrucksvolle aber unglaublich erholende Tage zu Ende. Wir haben Dünen durchwandert, den heißen aber auch sehr kalten Sand unter unseren Füßen gespürt. Süß- und Salzwasser geschluckt und uns den Winterspeck nochmal angegessen, den wir vorher schon hatten!

Transfer zum Flughafen im inseltypischen Kühltransporter. In diesen Shuttlebussen werden wohl auch immer Eisskulpturen, Meeresfische oder Speiseeis transportiert, anders ist diese Klimatisierung nicht zu erklären!
Las Palmas Airport - beschaulich gefüllt und den Geist der 70er ausstrahlend-zeichnet sich durch defekte Kofferbänder aus. Immerhin hat es sich für uns gelohnt rund 1 Std vor dem Gepäckbandschalter, dafür an vorderer Position zu stehen. Denn obwohl ich als do-it-your-self Tourist beide Koffer über eine gar nicht so niedrige Kante selber auf das (stehende) Band befördern muss, werden diese von den 3 rat- aber auch tatlosen Schalterdamen zumindest mal beschleift (Oder wie das Anbringen des Labels mit dem Zielflughafen halt immer heißen mag). Ich schätze mal 4 Koffer der schon sehr langen Schlange an Wartenden haben die Abfahrt in die Untiefen der Gepäckverteilung angetreten, der Rest (auch unsere) stehen still. Zum Stil des Flughafen passend würde Rudi Carell wohl sagen "am stehenden Band". Wir vertrauen auf die Götter der Förderbandmechanik und begeben uns zum Security-Check. 
Sylvia wird (wie immer) raus gefischt.... 

Der Heimflug wird gefühlt noch länger dauern, ich sitze am Gang und (naja siehe ganz oben….) – Spanien versinkt im Unwetterchaos und hat zig Todesopfer zu beklagen. Die unfreiwilligen Flugzeugbekanntschaften repräsentieren logischerweise auch das österreichische Wahlvolk. Und das hat, quasi während wir über diese Unwetterregion fliegen, nichts Besseres zu tun als über die unglaublichen Missstände in unserem Land und die Bevorzugungen der „Ausländer“ herzuziehen. „Der senile Trottel gehört sofort erschossen“ höre ich eine braungebrannte Dame mit Kettenraucher-Timbre‘ wettern. Ich reime mir die Rolle des österreichischen Bundespräsidenten dazu, der dem Wahlgewinner keinen Regierungsauftrag erteilt hat.

Das gibt auch zu denken – sehr viel blaues ü50 Wahlvolk aus Frusthausen im Flugzeug, einige gut verdienende Familien (die Mehrzahl wird sich so einen Herbsturlaub nicht leisten) aber wenig Jugend dazwischen an Bord.

Die werden es sein, die vermutlich nicht mehr Wochen und Monate nach der Frühpension auf Urlaubsinseln verbringen werden können (oder wollen?).
Die werden es sein, denen viele Einheimische (auch auf den Kanaren!) zu Recht die Auswüchse des Overtourism vorwerfen werden.
Gran Canaria wäre noch schöner ohne die zahllosen Hotel- Hochhäuser, Freizeitparks, Supermärkte, Casinos usw. (Aber - ich weiß schon auch wir haben unser Hotel dort genossen - es war halt schöner und landschaftsschonender als die meisten behaupte ich mal)

Und die werden es sein, für die Katastrophen ala Ahrtal, Tullnerfeld, Spanien zur traurigen „Normalität“ werden wird.
Und ganz selbstverständlich wird es wohl auch nicht sein, ob die sich dann noch über demokratische Wahlen austauschen werden können. 
Und dass Ausländer dann nicht immer nur Ausländer, sondern immer mehr auch Wirtschafts- und Klimaflüchtlinge sein werden (wobei sich das natürlich heute bereits alles vermischt) liegt ebenfalls auf der Hand.


Die letzte Generation klebt sich auf Rollpisten und Straßen – die vorletzte genießt das Leben noch in vollen (Lungen)zügen! 
Und nicht einmal mehr hinter sondern unter uns die Sintflut...!   

Frischer Atlantik

Prospektartiger Balkonblick

Hotel Santa Monica

Dünen-Selfie

Walk like an Egyptian

Sunset - rund  7 Uhr 10

Morgenwanderung

Alles Gute Sylvia!

Wanderdüne übernimmt Weg

Angelika

Paragleiter Landeplatz direkt vor unserem Hotel

"Düsen"-Wanderin

12. - 19.7.2025 Caorle 

Wegen des großen Erfolges.....
oder was auch immer treibt es uns heuer wieder an die obere Adria.

Zufall or not - wir haben uns 2 Hotelreihen nach vorne gearbeitet: Selbe Umgebung, aber am Meer, Blick jedoch gen Parkplatz. Apropos Meer: Mehr sind wir auch geworden - Cousine Mia fährt mit!
Premiere: Die Mädels haben ein eignes Zimmer und Sylvia und ich (endlich) auch wieder.

Abfahrt moderater als letztes Jahr - Tochter zwar für Nachtfahrt motiviert, aufgestanden sind dann aber doch wir Oldies. Zwischen 6.00 und 7.00 konnten wir uns in Bewegung setzen - 4 Leute, großes Gepäck, großes Auto aber nur (?) 3 Zylinder....völlig ausreichend.
Die Fahrt - im großen und ganzen schon bewährt, bekannt und ohne gröbere Probleme. Erste Rast auf der Pack (nicht alleine), zweiter Stop bei der bereits letztes Jahr konsultierten BP Tankstelle Villach, dritter Stop: Meer
Unser Hotel Danieli befindet sich in der ersten reihe am Strand, Italien Style mit äußerst moderaten Renovierungen seit den 70er/80er Jahren - zeitlos eben!
Unser Hotelchef hat strahlende blaue Augen, schütter gefärbtes Haupthaar und ginge sofort als Adria-Toni Sailer durch.
Wir sind nicht wählerisch, daher gehen die Mädchen gleich in das erste Zimmer hinein - es erweist sich als größer, aber wir Oldies brauchen ja wenig (?) Platz. Wir sind es ja vom letzten Jahr gewohnt.
Vom Balkon haben wir einen schönen Ausblick auf die mediteranen Nadelbäume, Schattenspender über unseren Autos, gleichsam aber auch Donnerbalken für hunderte Vögel....
Strandcafe - erste Stärkung (Pizza what else?) - Bezug unserer Strandplätze - endlich 4 Liegen für 4 Leute. Es ist der selbe Strand, aber wesentlich kühler als letztes Jahr.
Mit ist es noch zu frisch und ich erkenne, dass mich eine 7 Std Fahrt (und ein Betriebsausflug Tag davor) schon etwas geschlaucht hat. - Siesta am Meer.

13.7.
Geschätzt 6.00: Der erste Müllwagen fährt durch das Schlafzimmer und entleert den Glascontainer unmittelbar neben meinem Ohr. Bis 8.00 kommen noch 2 oder 3 weitere Entsorgungsfahrzeuge aller Arten, sie fahren kreuz und quer durch ausgerechnet unser Zimmer. Ein Morgen-Ritus, der sich täglich (!) in sehr ähnlicher Form wiederholen wird. Entsorgung um des Entsorgungswillen - eine 11.000 Einwohner Stadt muss Millionen von Touristen ver- und entsorgen. Möglicherweise ist der Zenit überschritten - mir persönlich fahren zu viele Müllwägen für zu wenige besetzte Strandplätze.
Viele ältere italienische Ehepaare sind da! und tendentiell österreichische Familien (mit kärntner Schlagseite) mit Kleinkindern. Und viele leere Plätze...
14.7.
Das Wetter wird ansprechender - es ist heiß, aber nicht erdrückend heiß. Das Wasser ist immer noch eine Abkühlung (im Gegensatz zum Vorjahr)
Unsere italienischen Ehepaare machen uns das Leben schwer - da wäre mal Machissimo Flatulentius direkt neben den Mädels. Oder der graue italienische Herr, den seine Frau beim Versuch den Campingstuhl richtig zu justieren (mutwillig oder nicht?) in die Rückenlage (Typ: Käfer am Rücken liegend, nicht fähig alleine wieder auf die Beine zu kommen) befördert.
Es eint sie ein verblassendes Ehefrauenbild (Typ: Rundum-Betreuung), trotziges Zigaretten rauchen und Dauertelefonitis.
Die Generation 70/80+  ist stolz mit Ihren Smartphones auch dazu gehören. Wenn auch nur telefonierend, also das was ein Telefon vor 100 Jahren auch schon konnte, heute aber mehr und mehr an Charme verliert. Irgendwann vor der Erfindung des "polyphonen Klingeltons" (das war eine sehr kurze zeit Verkaufsargument Nr.1 für Mobiltelefone) blieb man aber stehen und so ertönen allerlei "Klingeltöne des Grauens", wie ich sie zu nennen pflegte am Strand.
Was aber vor 100 Jahren auch noch nicht möglich war, einen Lautsprecher zu aktivieren, das Handy in Hüfthöhe zu halten und (bedingt durch die Entfernung) noch lauter hineinzuschreien, als man das am Ohr ohnehin schon müsste. Merke: Das gegenüber ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch 70/80+ und hörbehindert.
Zum Glück ist italienisch an sich ja eine schöne Sprache (oder Russisch, was der Cineast ja ohnehin weiß) und der proaktive Sprachkurs am Strand - oder auch nächtens aus dem Nachbarhotelzimmer gut vernehmbar - könnte Italienischkenntnisse durchaus aufbessern.
15.-19.7.
Keine besonderen Vorkommnisse - Wetter gut, heiß (nicht zu heiß) Wasser frisch, mit Wellen, ohne Wellen....
Heuer kein Venedig Ausflug - einmal Tretboot mit Rutsche mit Mia und Angelika.
Shoppen, Bummeln ins abendliche Caorle - Italo-Charme mit Allerwelts-Ramsch.
Heuer sind wir diesbezüglich aber fleissiger und erreichen zu Fuß fast jeden Abend die Altstadt.
16.7.
Auch Kultur ist in der Altstadt möglich! - Sylvia und ich besuchen eine Surrealismus Ausstellung (Dali, Miro, Ernst....) "Leider" gibt es auch viel zu viele gute Eissalons

Achja - wir erkennen unsere Strandverkäufer fast alle wieder. Was schrieb ich da letztes Jahr?

Der Handtuchverkäufer....PregoPregoBadehandtuch!meiFreind - woher nehmen diese armen Sünder die Energie bei gefühlten 40 Grad permanent über den Strand zu laufen? Sie werden wohl davon leben (müssen)? Schwer vorstellbar - vielleicht einer von zig "kleinen" Jobs um sich über Wasser zu halten? Die Tücher (eines fürchterlicher als das andere) unter die Arme geklemmt. Ich weiß ja als Kunde dann nie,  welches gerade den meisten Schweiß aufgesaugt hat? Man vergisst vielleicht so einiges für den  Strand - aber ein Badehandtuch ??. Schließlich hat man ja auch die letztes Jahr unnötig gekauften und die vom vorletzten Jahr auch noch dabei?  

Alles anders 2025 - Wir kaufen keine Cocobello, auch keinen Regenschirm (!!! wohl der zweitschwerste Job nach Kühlschrankverkäufer in Alaska) aber unser "Freind" dreht uns heuer doch tatsächlich 4 (in Worten: Vier) Handtücher (eigentlich Badetücher) an.
Sylvia sagt - Preis und Qualität passen, und dann wird das wohl auch so sein.
Der Marrokaner kommt im Sommer aus Rom (dort dürfte er Marktverkäufer sein) nach Caorle und verkauft seine Badetücher um seine 3 Kinder zu erhalten. So zumindest eine Vita die er uns halt erzählt.
Aber die Tücher sind so hässlich und schlecht wahrlich nicht und - das muss gesagt sein:
Er macht einen harten und sehr guten Job. Und er gibt zinsenfreien Kredit auf Vertrauensbasis! - Das Totschlagargument "Ich habe kein Geld mit" wird nicht akzeptiert: "Gibst am Nachmittag, bist guter Freind". (Und 2 im schlimmsten Fall weniger zu schleppende Gratishandtücher werden ihm seine Schultern danken)
Aber auch seine Einschätzung (und er kennt den Strand seit 20 Jahren), dass noch nie so wenige Leute wie heuer da waren gibt zu denken.

Kulinarisch irrlichterten wir heuer zwischen jugendlichen Ess - bzw. Nicht-Ess Gewohnheiten, unserer eigenen Unentschlossenheit und teilweisen fatalen Fehlbestellungen (Merke: Lachs wird nicht immer warm serviert und eine "Reiswolke" ist ein Hummerchips und kein Reisgupf) herum. 
Satt wurden wir hoffentlich aber alle und trugen auch stolz ein paar mehr Kilo nach Hause.

19.7.
Heimreise - erstmals Frühstück zu viert, Abrechnung mit Antonio Sailero. Ausgraben des BMWs unter der Vogelsch... und wieder im Schritttempo (wie auch schon auf der Herfahrt) durch Caorle bzw. sogar hinaus.
Heimfahrt gefühlt länger, heißer - Erster Toilettenstopp in Österreich (Rückstau vor der einzigen Damenkabine bis nach Arnoldstein); Jausenkauf in Klagenfurt - gemütliches Verzehren der Schnitzelsemmel stehend hinter Jet Tankstelle (einziger schatten-spendender Baum weit und breit) und dann nochmal Besuch eines voll ausgebauten (und kaum besuchten) ASFiNAG Parkplatzes vor Hartberg.
18.15: Loosdorf - Mia wird von Ihrer Familie abgeholt.

Schön war es - mit meiner lieben Frau und zwei schon so großen "Kindern" - grad noch mit Küberl und Schauferl im Sand gesessen...und jetzt schon im eigenen Zimmer.
 

Marcello?

Strandidylle

Am Kai

Mia, Angelika, Sylvia, Walter

Altstadtbesuch

Kunstrasen Separe' Strand

7. - 10.8.2025 London 


7.8.2025:

4.00 Tagwache – Obwohl es keine nennenswerten Verzögerungen gibt, sind wir die letzten beim Check-In! – Andererseits auch kein lähmendes Warten. Just in Time wie der Brite vielleicht sagt? Abflug 6.50. Landung Ortszeit 8.20. Ein netter Herr vom Public Transport berät uns hinsichtlich der Oyster Card für Kinder. Sylvia und ich können mit unseren Contactless österreichsichen Bankomatkarten benutzen.

Wie einfach ist das denn? – Wir werden zwar zur Piccadilly Line vorgelassen, entspannt bin ich erst dann als wir bei Russel Square wieder rausgelassen werden. Man kann viel am Londonder U-Bahn System aussetzen, verirren kann man sich quasi nicht!

Wir sind in einer sehr netten Gegend gelandet (Universitätsviertel) und gehen (mit leichtem Handgepäck) noch ca. 10 Minuten bis zum Crown Plaza Hotel in der Kings Cross Road. Look left, then right! Ich werde es nie perfekt beherrschen…

Check-in und Gepäck abstellen; unser Zimmer ist erst ab 15.00 fertig. Also geht es mit noch leichterem Gepäck einmal auf Nahrungssuche (King’s Cross Road Nähe Bahnstation). Danach muss sich Angelika zwischen St. Pancras und King’s Cross entscheiden um den Bahnsteig 9-3/4 nach Hogwarts zu finden.

Der befindet sich seitlich von King’s Cross neben dem dazugehörigen Fanshop. Allzu beherztes „in die Wand laufen von Jugendlichen“ wird durch die lange Schlange von Harry Potter Fans gebremst, die wohl alle das gleiche wollen. 

Auch hier sind wir nicht alleine….

Dann auf zum Piccadilly Circus. Und dann spontan runter zum Waterloo Plaza. Und dann – weil ich das bisher zu meiner Schande nur aus dem Fernsehen kannte zur Mall Paradestraße -  majestätisch mit Union Jacks beflaggt. 
Vor zum Buckingham Palace: Wer hätte das gedacht, wir sind nicht die einzigen!

Aber man kann bis zum königlichen Zaun vordringen und den Bobby’s bei der Arbeit zusehen (Lustige Rufe und lustige Silly walks). Wir gehen wieder zurück über den schönen Green-Park zum berühmten Eros-Brunnen. Wir teilen uns auf: Sylvia und Angelika verschwinden in den Massen in China Town/Leicester Square; ich weiter auf der Shaftesbury Avenue. Denn hier im aufregenden Soho der End-60er Jahre soll die spätere Progrock Supergroup YES Ihre Anfänge genommen haben.

Im Keller eines heute dort residierenden Lokals (Wildwood Restaurant) werde ich tatsächlich fündig. Der Waiter führt mich ins Basement – der YES Proberaum (!) von 1968. Holy ground, und Gedenkplakette an der Wand! 
What a wonderous story for a lonely heart! 
Und fast auf den Tag genau vor 57 (!) Jahren brachen Sie von genau hier zum ersten Gig auf  - 3.8.1968 Essex Jugendcamp, 5.8.1968: Marquee Club

Es geht zurück ins Gewühl – meine Damen sind schon im fortgeschrittenen Erschöpfungsstadium. Und unser Zimmer sollte auch schon fertig sein. Also geht es zurück ins Hotel. Zuvor aber um der totalen Erschöpfung zuvor zu kommen zu Mc Donalds. Unser Zimmer ist im 5. Stock und sollte für uns 3 groß genug für die nächsten paar Tage sein. Wir erfrischen uns und brechen zum letzten Programmpunkt des Tages auf: Angelika hat das London Cable Car über die Themse entdeckt!

Gleich neben der O2-Arena wurde (mit österreichischem Doppelmayr KnowHow) eine Seilbahn über die Themse errichtet! Trotz stärkerem Wind trauen wir uns in die Gondel – Geheimtipp: Hier sind wir tatsächlich (zufällig?) mehr oder weniger alleine.

Nach der „Rundfahrt“ muss ich mich stärken – allerdings gleich 2mal, denn Sylvia und Angelika „erwischen“ nicht unbedingt das was Ihnen schmeckt. Danach geht es zurück und ab ins Bett – morgen haben wir auch einiges vor….

 

 

 

8.8.2025

Das Frühstück nehmen wir mit (Orange, Gebäck, Kelloggs Riegel, Apfelsaft) und stehen schon gegen 7.00  in der Bedford Street: Ein weißer Bus bringt uns ins Harry Potter Wunderland: Warner Bros Studiotour!

In etwas mehr als 1 Stunde sind wir im nördlichen Watford angelangt. Die Sicherheitsvorkehrungen sind ähnlich denen am Flughafen. Tauche ich morgen in die Welt meiner Kindheit ein, so tauchen Kinder und Jugendliche und junge Erwachsene heute in Ihre Welt ein: Das Phänomen Harry Potter – und hier speziell die Filme, verzückten zwischen 2000 (erster Drehtag) und 2010 (letzter Drehtag) Millionen.

Um 13.00 holt uns der Bus wieder ab – und wir haben es knapp geschafft - aus dem Staunen nicht mehr herauskommend! Hier entstanden 10 Jahre Filmproduktionen und tricktechnische Pioniertaten. Die Darsteller wurden mit- und in den Filmen erwachsen, gingen hier zur Schule, lernten z.B. tauchen und so vieles mehr und es brauchte Unmengen an nie erwähnten guten Geistern, die das alles ermöglichten. Vom Schneider über den Tiertrainer bis zum Modellbauer sind und waren unzählige Menschen für die glänzenden Kinder (und Erwachsenen)augen rund um die Welt verantwortlich.

Wieder zurück at King’s Cross ging es Richtung Zebrastreifen – Richtig, DER Zebrastreifen in der Abbey Road. Wer in London über keine Sehenswürdigkeit bezogen auf eine legendäre Band stolpert war nicht dort! 

Apropos Stolpern: Sollte jemand, der den Abbey Road Studios bzw. dem ikonischen Beatles Cover nicht kundig ist, dort vorbei kommen; er/sie müsste sich in einer Schule für Straßenverkehrselbstmörder wähnen. Kleingruppen von Touristen wechseln dort dauernd die Straßenseite – flankiert von Fotograf:innen, die sich todesmutig auf die doch recht befahrene Abbey Road stürzen.

So auch wir, aber an einem Freitag den 8. August 2025 dort über die Straße zu gehen, wo doch die Beatles am Freitag (!!) den 8. August (!!) 1969 dort über die Straße gingen ist doch etwas besonderes, oder? 

Von diesem Erlebnis euphorisiert fahren wir mit der Underground bis Southwark, um dort festzustellen dass wir bereits südlich der Themse gelandet zu sein. Das Gehör ist ob der Londoner U-Bahn Rollgeräusche schon sehr mitgenommen, der Hals eigenartig der Tube-Form folgend zur Seite geknickt. Bei hochsommerlichen Temperaturen geht es zu Fuß über die Blackfriars Bridge und von dort weiter zur St. Paul’s Cathedral. Angelika hat das Motivationsruder übernommen! Sie will noch den Tower und die Tower Bridge sehen! Ein Sainsbury-Markt rettet mich vor dem Verdursten – jetzt schaff ich es auch noch bis zum Tower. Wir stärken uns at Trinity Square Gardens. Ein Familienfoto vor der Tower Bridge in schönem Abendlicht bietet sich als krönender Abschluss eines ereignisreichen Abends an!

 

 

9.8.2025

Mit dem Bus 341 bis Waterloo und dann zum London Eye: Unser Slot wäre um 10.30, es sind noch relativ wenige Leute du und so besteigen wir die zweite (!) Gondel und die ist nicht einmal voll! Wir drehen eine angenehm ruhige langsame Runde mit dem Riesenrad bei schönstem Wetter!

Wieder unten angenommen ist die Schlange schon um einiges länger – durch den Trubel schauen wir vor zur Westminster Bridge. Dort werden wir gleich relativ forsch in unseren Hopp on Hopp off Bus gesetzt (der überfüllt ist!) und begeben uns Richtung West/Nordwest. Es scheint, als würde das off eher ignoriert werden und die Leute mehr on wollen. Kensington, Notting Hill, Paddington – allmählich finde ich am Oberdeck Platz. Angelika muss nicht mehr auf Mutter’s Schoß sitzen. Das Wetter ist herrlich, der Verkehr lähmend. Gefühlte 3 Stunden fahren wir mit der Big Bus blue line durch London (und sagen uns frei nach Christina Stürmer nicht „Ich liebe Dich“)

Allmählich macht uns die Weltpolitik einen Strich durch die Rechnung: Eine große Palästinenser Demonstration (zur Beendigung der Gaza Belagerung) bringt den Verkehr zum Erliegen. Dummerweise verlassen wir den Bus nicht beim Piccadilly Circus sondern müssen eine stop-lose improvisierte Umleitung auf die andere Seite der Themse finden.

Von dort versuchen wir unser Glück zu Fuß: Auf der Westminster Bridge stehen die Busse nur mehr und fast hat man Angst vor lauter Menschen von der Brücke zu fallen.

Massen stehen offenbar auch auf dem Westminster Pier, von wo aus wir noch eine Themsen Bootsfahrt machen wollen. Wir haben Hunger und der treibt uns direkt in the eye of the storm: In einem Pub an der Whitehall (The Clarence) finden wir Unterschlupf. Aber es werden immer mehr statt weniger Demonstranten – die Polizei sperrt bereits Straßenzüge und im Pub erzählt man uns, dass hier gerade einige (hunderte!) Verhaftungen statt finden. Die Stimmung heizt sich auf! Wir wollen trotzdem noch unser Glück an der Themse probieren und dringen (gegen den Demonstrationsstrom) bis zum Trafalgar Square vor, um dann zur Themse abbiegen zu können. Alle anderen Möglichkeiten waren von der Polizei bereits gesperrt.

Wir gelangen auf den Pier und siehe da – die gesamte Schlange bewegt sich (mit uns) auf ein Themsenboot. Wir sind an Board!

Da sind wir wieder Touristen unter sich – weg von den Problemen der Weltpolitik. Ein wunderschöner Nachmittag, eine gewitzte Crew und eine launige Fahrt zur Tower Bridge versüßt uns die vorangegangenen Mühen.

Jetzt haben wir uns einen Starbucks Kaffee verdient! – Und ich bin um einiges entspannter, da ich ab jetzt wieder Kontrolle über den Zeitplan habe. Zurück ins Hotel und frisch machen. Gegen 18.00 warten wir auf den 63er Bus…..doch das ist eine andere Geschichte

10.8.2025
Auschecken gegen 10.30, Abflug 15.25. In Heathrow dennoch "nur" eine gemütliche Stunde das Gefühl mal Zeit zu haben. Nicht die letzten am Gate, daher warten ;-)
Angenehmer Heimflug - Wien erwartet uns bei 33 Grad (in London war es Gott sei Dank kühler)

London Piccadilly

Ich im ersten Proberaum von YES

Tube-Haltung

St. Paul's Cathedral

London Eye

Beatles - Here, there and everywhere!

Tower Bridge

O2 Arena vom Cable Car

Im Harry Potter Land

4.10.2025 Fürstenfeld

Ja - seit 1984 darf man Fürstenfeld auch zu einem internationalen Touristenhotspot zählen - weltberühmt und viel besungen in Österreich....

Abfahrt 8.03 St. Pölten; 8.35 Wien Meidling – REX 92 fährt pünktlich ein

Erste Überraschung: Der (Diesel)Zug ist gut gefüllt! – Viel Jugend und Wandersvolk ist an Bord. Gut, es ist ein Pracht-Herbsttag und die Bucklige Welt will erwandert werden. Zu meiner Überraschung verlassen viele zünftig ausgestattete Wanderer aber schon in Wr. Neustadt den Zug – die Konkurrenz (Schneeberg , Puchberg etc.) ist sicher zu groß….


Wr. Neustadt – Aspang

Auf den Spuren einer geplanten Alpentransversale geht es flott voran. Die riesige Flächendimension des Bahnhofes Aspang ist das letzte verbliebene Merkmal einer längst vergangenen Eisenbahn-Aufbruchsstimmung in der Monarchie. 3 Abstellgleise beenden hochfliegende Gebirgsbahnträume. Es geht einspurig gleich steil bergan: Brücke, Tunnel, Brücke, Kurve   

Ausschlag-Zöbern, schnell vorbei an der geschichtsträchtigen (und lange aufgelassenen Station) Mönichkirchen

Hier im niederöstereich/steirischen Grenzgebiet darf der Zugbegleiter noch „Schaffner“ und „Respektsperson sein. Es wird penibel kontrolliert und Teenagern schon mal unter Strafandrohung die Füße (Schuhe!) vom gegenüberliegenden Sitz genommen.

Station Pinggau und Friedbach liegen gefühlt 500m auseinander – trotzdem hält der Zug in beiden Stationen. Vorbei an Dechantskirchen, nach St. Johann in der Heide - scharfe Rechtskurve: Hartberg erscheint! 
Zunächst Ringana, dann die üblichen Krisverkehre und Fachmarktzentren, Mc Donalds – wieso sollte es hier anders sein?

War der Zug einigermaßen gut gefüllt, so leert er sich dramatisch in Hartberg. Es folgt eine wunderbare Fahrt auf der „Thermenbahn“ – vorbei an kleinen aufgelassenen Bahnhöfen -  Halte in größeren: Bad Blumau, Bad Waltersdorf (für Briten: Dorf des schlechten Walters) 


11.09 Einfahrt Fürstenfeld: Aussteigen am schmalsten Bahnsteig aller Zeiten. Ich bin also nun „z’ruck hinterm Semmering“ – symbolisch ja, geografisch und verkehrstechnisch fragwürdig! Der Weg vom Bahnhof in die City erinnert wohltuend mehr an Villen-Architektur des vorletzten Jahrhunderts, als an die Kreisverkehre und FMZ der Gegenwart!

Der erste Kreisverkehr hingegen: Die Flirtmeile – abends sicher mehr Kreisverkehr!

Bockbieranstich am Hauptplatz – kurz vor Mittag und dennoch schon viel zu spät. Strahlender Sonnenschein, mit frühherbstliche Temperaturen: Falle ohne Lederhose aber auf! Beobachte die Einheimischen eher aus der Distanz. Viele hatten vielleicht bereits zu viel Bock auf Bier? 

Zu den Mittagsglocken genehmige ich mir eine „ungarische“ Pizzaria gegenüber von m-effekt (der Marketing Agentur von GeoMagis). Die Pizza ist auf Grund der Grenznähe fast eine regionale Spezialität.

Fürstenfeld wurde 1984 schlagartig in Mitteleuropa bekannt -  Der Grund: Helmut Röhrling (alias „Schiffkowitz“) schrieb den Evergreen „(I wü wieda ham nach) Fürstenfeld“. Interessanterweise schrieb er "nur" den Text - den Song gab es schon vorher, er stammt von Josef Jandrisits)

Weiters wurden so auch die Orte Stinatz und Sinabelkirchen einem größeren Publikum geläufig. Der Werbewert ist bis heute unbezahlbar und das Stadtmarketing hat den Slogan natürlich dankbar aufgenommen.

Was liegt also näher, als in Fürstefeld ein „Austropopmuseum“ einzurichten. Bei genauerer Betrachtung ist es ein STS/OPUS/Boris Bukowsky/EAV/Carl Payer/Thomas Spitzer Museum - Also quasi die „Großväter“ des Austropop.

 

Dahinter steckt übrigens der Architekt Fritz Ohnewein, der das gesamte Areal der ehemaligen Tabakregie Standortes entwickelt hat.

 

Nach meinem sehr einsamen Aufenthalt in diesem Museum (welches eher einer Filmvorführung mit Interviews der Protagonisten und einer Zeitreise von den 60er Jahren bis zum Millennium gleicht) verschwand die Sonne hinter Dunst und Wolken. Zeit die Heimreise anzutreten.

Dank der erstklassigen Besucherlenkung am Fürstenfelder Bahnhof ("zu den Bahnsteigen") und trotz der 6 (!) Gleise erkannte ich den schon parat stehenden REX92 (….weil einziger Zug wieder). Ich war der Zugerstbesteiger – irritiert zunächst durch das Schild „Wien Floridsdorf“

Mein lieber Kollege und Wahl-Hartberger Bernd Walch klärte mich aber auf, dass das dem Oststeirer herzlich egal ist – Hauptsache Wien. Sogar Bernd gelte dort als Wiener, weil St. Pölten ja gleich daneben läge.
Eine ebenso entspannte Heimreise in herbstlicher Abend-und Nachtstimmung ließ den Tag ausklingen.

Mit einer Vorteilscard hat mir dieser "Spaß" 44,80€ gekostet
Für einen Euro komme ich mit meinem Auto 9 Kilometer weit (diese Kalkulation bezieht sich rein auf den Benzinpreis, nicht auf Erhaltung, Versicherung etc.) - also um das Geld rund 400 Kilometer. Nach Fürstenfeld und retour wäre ich rund 390 Kilometer gefahren; der Routenplaner gibt schon mal 2,5 Stunden aus pro Richtung.
Es ist also nicht wesentlich länger und auch kaum teurer (sprich unter Einrechnung der wahren Kfz-Kosten sogar billiger) mit dem Zug zu fahren - vor allem wenn es schon wieder Mal in Richtung Einstellung der Bahnverbindung geht.