Hier sollen immer wieder mal Kritiken, Rezensionen, Nachrufe etc. erscheinen


 


A curious feeling 

And then there were three

Ja das muss kurios gewesen sein – vor allem auch, wenn das Gruppen Album und das Solo-Album im darauffolgenden Jahr diesen Satz ergeben.

Das Bindeglied zwischen diesen beiden Platten ist, abgesehen vom gemeinsamen „Stil“, den handelnden Personen und der gemeinsamen Schaffensperiode auch ein briitischer Horrorfilm: The Shout – ein vermutlich wenig erfolgreicher (Arthouse?)film, allerdings mit musikalischer Beteiligung von Mike Rutherford und Tony Banks.

Das Leitmotiv in dem Film hieß (später dann) „From the Undertow“  - ich habe mir erlaubt das aufzunehmen. Im Film selbst kommt es spärlich, und unterschiedlich instrumentiert vor.

Für das erste Genesis-Album im Trioformat sollte es dann das Intro werden für das Stück „Undertow“ – wurde aber abgelehnt. Wohl einer der seltenen Fälle, in denen sich Mr. Tony Banks nicht in „seiner“ Gruppe durchsetzte.

Nach Album und großer Welttournee ging es für Phil Collins ans (erfolglose) Retten seiner ersten Ehe, welches zur Folge hatte, dass er zeitweise Kanadier wurde. Die Genesis Gründer Rutherford und Banks hatten Zeit und machten sich an Ihre ersten Solo-Versuche: 

„A curious feeling“ (Tony Banks) und „Smallcreeps day“ (Michael Rutherford). Beide Werke werden unter Fans heute zu den Höhepunkten der jeweiligen Solokarrieren gezählt. Mike Rutherford's Platte wurde sogar mit Unterstützung des fast vergessenen, aber in der Anfangszeit so wichtigen Anthony Phillips (Gründungsgitarrist) aufgenommen.

Tony Banks freilich, nahm sich seiner Filmsoundtrack Idee an und presste „From the Undertow“ als ersten Track auf seine erste Solo-LP

And then there were three (Genesis 1978)

Warum gerade dieses Album? Es gilt unter Genesis Fans nicht gerade als Höhepunkt….
 Wie der Name verrät waren Genesis auf ein Trio geschrumpft – auf DAS Trio welches bis Anfang der 90er Jahre Hit auf Hit landete. Ironischerweise startetet die Hitkarriere mit diesem Album: „Follow you Follow me“
Prog- meets Kuschelrock – ein No-go?

Warum gerade dieses Album ?– es begleitet mich seit meiner Oberstufenzeit. Auch damals galt es für mich die Roots der Hitband Genesis zu erforschen. Mir persönlich gefiel die Platte immer.
Nur neulich (nach Jahren und Jahrzehnten werde ich am CP-80 sitzend mitunter „eins“ mit der Band aus dem CD Player) verfiel ich dem Track „The Lady lies“. Eh erst 1000x gehört….

Und da dachte ich bei mir, das ruft doch nach einer Rezension!


Down and out

Ich höre noch das Knistern des Vinyls und dieses (in Abhängigkeit der Qualität der Hifi Anlage) leicht eiernde Fade-In dieses unglaublich penetranten hohen H. Ein Polymoog erklingt erstmals bei Genesis
Ein Emoll Akkord legt sich dazu, weitere verminderte, die ich zu schreiben nicht ausgebildet bin um dann (wirklich erlösend!) in ein H-Dur zu gelangen. Mike Rutherford erklingt das erste Mal als Hauptgitarrist. Phil Collins setzt furios ein und das Trio zeigt, dass es im Studio ein vollwertige Band war. Es ist ein sehr mächtiges Stück und Tony Banks bemüht sich, die Lücke die Steve Hackett hinterließ mit noch mehr Keyboards zu füllen. Hammondorgel mit Chorus Effekt und Basspedal leisten ganze Arbeit. Auch Phil Collins bekommt Bestnoten für sein Schlagzeug auf diesem Track!


Undertow

Da ist es – das erste Mal auf einer Genesis Platte: Das YAMAHA CP-70 mit Roland Chorus – für diesen Pianosound wird Tony Banks geliebt (auch von mir) – Gänsehaut. Und ich darf mich seit bald 25 Jahren an das gleiche Instrument setzen, habe sogar 1 Oktave mehr und darf (so die Vibes stimmen) oft eins mit diesen Stücken werden – wenn auch begradigt und mit Pausen. – Doppelgänsehaut (Die Vibes stimmen aber oftmals nicht und ich beende auch schon mal frustriert mein Mitspiel)

Viel mehr fällt mir nicht ein zu dem Song – ausser dass Mike Rutherford sehr schöne akustische Gitarren und einen schönen Fretlessbass (?) spielt und Phil Collins sehr einfühlsam singt.

„If this were the last day of your life, my friend
 Tell me, what do you think you would do then?“

…vielleicht Genesis hören und auch mal diesen eigentlich großartigen Text hervorheben! – Ich vermute stark Mr. Tony Banks als hauptsächlichen Urheber von Text und Musik….

Ballad of Big

CP Intro – Band und Polymoog übernehmen. Die Strophe ist geshuffelt, der Refrain dafür gerade und relaxter, Tony Banks variiert genial um wenige Basstöne. Der Kontrast zwischen Strophe und Refrain ist gelungen – aber vermutlich nicht jedermanns Sache

Snowbound

Ein kleiner Rückblick auf Wind&Wuthering. Sehr verträumt und lyrisch – schöne akustische Gitarren dominieren die Strophe. Der Refrain hebt mächtig ab, schwere Syntheziser fahren auf. Das Moog Bass Pedal wird durchgetreten. Winterlandschaft - Es geht offenbar um einen Schneemann

Burning Rope

Schon sehr lange habe ich mich an diese Banks-Komposition geheftet. Interessanterweise spielt er hier auf einem akustischen Piano. Durchaus möglich, dass das CP erst im Zuge der Aufnahmen (oder nur in einem bestimmten Studio) zum Zug kommen konnte.
 Es ist ein großartig komponiertes und sehr komplexes Stück. Es gibt eine Art Overtüre die in eine wunderbares Thema um den Grundton D mäandert. Orgel und Piano dominieren, für Mike Rutherford hat Tony Banks viele Parts und sogar das Solo geschrieben. So diese Geschichte stimmt klingt es wirklich danach, als ob hier jemand sklavisch eine Vorgabe intoniert. Trotzdem das Solo und auch der Weg zum Solo ist hörenswert – der Akkord am Ende des Gitarrensolos hat mich einst zum Riff eines Songs (Milli Tant mores „Vatikan“) inspiriert. Beim fast jazzigen Übergang zurück zur Strophe höre ich immer andächtig zu und nehme die Hände von den Tasten – 1000mal gehört, trotzdem lieber nicht verschandeln! – Eines von vielen Tony Banks Meisterstücken.
Phil Collins hasst es, Ich liebe es!

Deep in the motherload

Es wird wieder schwer und fast bluesig. Der Song war ein ziemlicher Burner bei der zugehörigen Tournee. Diese wird gerade auf youtube von einigen Nerds restauriert und bietet sensationelle Einblicke in die erste Tour mit den Langzeit Live Musikern Daryl Stuermer und Chester Thompson. 

Many too Many

Die zweite Single – eine sentimentale Tony Banks Ballade. Bei  diesem Video (schon recht spät im Jahre 1978 auf der gigantischen Knebworth Open Air Bühne aufgenommen - 2000 stand ich dort auch - freilich ohne Bühne) spielt Banks auf dem CP – im Studio erklingt aber ein akustisches Piano. Im Gegensatz zu Rick Wakeman (der ebenfalls zur selben Zeit den Polymoog einsetzte) entlockt Banks dem Instrument sehr schöne Stringsounds.

Das ist für mich wieder was zum mitspielen – wenn gleich auch der Übergang in den Refrain nicht und nicht in mein melodisches Verständnis will (was natürlich nichts heißt).

Scene’s from a nightdream

Ich weiß nicht ob das je eine Single war – vermutlich nicht. Für mich wäre es eine der ganz großen von Genesis geworden, hätte man mich (damals 6 Jahre alt) halt in der Plattenfirma walten lassen….
Das ist ein 3 Minuten Stück vom allerfeinsten. Es rockt – es geht ins Ohr, es wäre sogar tanzbar. Phil Collins singt mit sich im Chor – es könnte beinahe YES sein! Mike Rutherford überzeugt an der E-Gitarre; Zweites Highlight bis jetzt! 


Say it’s alright Joe

Tony sitzt wieder am CP – und Phil lehnt offenbar am Barstuhl davor. So schön fangen Sie die Atmosphäre in einer Bar ein, in der offenbar ein Joe bedient. Es ist nach Supper’s ready das zweite Stück, welches mit diesem unaussprechlichen bzw. unspielbaren Akkord beginnt. (Das dritte mir bekannte hieß „Breakin my stride“ und wurde ein Onehitwonder Welterfolg von Matthew Wilder)

Auch hier wieder: Eine sehr zurückgenommene Strophe und ein bombastischer Refrain

The Lady lies

Das Intro beginnt mit D7 (und CIS – wie auch immer der Akkord heißt) und löst auf Gmoll auf. Die Strophe ist ein nettes Motiv, welches auch Sir Paul McCartney einfallen hätte können (und mit Cmoll 7 beginnt). Ich kann es spielen aber nicht korrekt in Akkorden aufschreiben – was egal ist weil dazu spielen eh viel lässiger ist. Der Text gleicht einem schwülstigen Schulaufsatz über einen Ritter der gegen einen Drachen und für eine schöne Frau kämpft, die sich alsbald aber auch als sein unwiderbringliches Schicksal herausstellt. Wie er ihr verfallen ist? 

I'll give you wine and food too
 And something special after if you like."

 (so leicht ist das seit Jahrtausenden also schon mit den Männern)

Ja nach so viel Piano-Karaoke kann man auch schon mal genauer auf den Text hören. Es ist wirklich erstaunlich, wie gut dieser „Schulaufsatz“ vertont wurde und wie genial die Musik dazu ist: Nach der Strophe im „McCartney-Style“ kommt einen Bridge im Genesis Stil die uns auf ein mächtiges und großartiges Riff in H-Dur führt. Wir beginnen in Dm, strophieren auf Cm und gitarrieren auf H-Dur. Und es gibt bislang noch keine schräge Überleitung! Nach den bombastischen Gitarrenchords tänzelt der Refrain auf  GISmoll 7 mit B zu GIS Dur, um dann wieder in das geshuffelte Anfangsintro mit demselben Schmäh auf Dmoll 7 zu führen.
Das klingt wenn man so will „schräg“ aber I‘m loving it!

Nach dem 2. tänzelnden GISmoll7 Refrain hebt das Stück noch in einen Mittelteil ab und entführt uns in ein Keyboardsolo auf Cmoll und Fmoll. Tony Banks führt den ARP 2600 (zugegeben etwas zu lange) vor, dafür gehört der „Ausgang“ aus dem Solo wieder hin zum schrägen Intro für mich zum dritten Highlight des Albums! 
Zugegeben es ist auch der Moment des Tony Banks.

Follow you, follow me

….läuft sicher gerade auf Radio Wien. Ich höre es immer noch gerne und freue mich jedes Mal auf Tony’s Keyboardsolo. Es ist so einprägsam, dass ich es rechts spielen kann und links sogar meist die richtigen Akkorde finde. Wer genauer auf die Percussion hört kann der Nummer auch immer wieder neues abgewinnen! Das Riff ist auch ein wenig Genesis Trademark geworden und man kann die Akkordfolge mit etwas Phantasie auch in „That’s all“ wiederfinden


Fazit:

Der große Hit am Schluss – der Verlust eines bedeutenden Gitarristen, der Findungsprozess des Michael Rutherford. Die Genialität eines Tony Banks kann einiges wieder wett zu machen. Ein für mich erfrischend neuer und bis heute ansprechender Sound der gesamten Produktion (Kritiker meinen zu Keyboard-orientiert…..naja ich vermag das nicht objektivieren zu können). Aber es stimmt schon: YAMAHA CP-70, Polymoog und ARP 2600 trugen entscheidend zu einem neuen Genesis Sound bei. 

 Es ist bei Gott nicht die "beste Genesis Platte" aber sie hat ihre Momente – und wenn die Vibes stimmen ist es das erste Genesis Werk, wo ich beim Piano Karaoke phasenweise mitkomme!   
Und hätte man Scenes from a nightsdream ausgekoppelt, wäre es kein Fehler (und für mich stimmiger als Many too many) gewesen.

Und im Jahr darauf hatte Tony Banks viel Material und Erfahrung gesammelt und begab sich (auf den Spuren von ABBA und Led Zeppelin (!) ins Polar-Studio in Stockholm)

Aus diesem Studio, welches wohl damals zu den besten in Europa gehörte kamen also zeitlose ABBA, Led Zeppelin und Produktionen aus dem Genesis Umfeld – Tony Banks und die erste (von Phil Collins produzierte und mit eingespielte) Frida Solo-Platte 1982

 

A Curious Feeling 

(Tony Banks 1979)

From the Undertow

Hier verweise ich nochmal auf mein Video (siehe ganz oben) – auf der Studioplatte wird das Stück ausschließlich von YAMAHA CP-70 Klavier und vermutlich YAMAHA CS-80 getragen. Es ist für Banks-Verhältnisse einfach gehalten.  Die Akkorde richtig zu sortieren hat mich viel Zeit gekostet!
Die Syntheziserunterstützung auf dem Track gehört zum mächtigsten, was ich im Bereich der Analogsynthziser kenne.  Ich wüsste nicht, welches Gerät 1979 (bzw. bis heute) eine ähnliche Wucht erzeugen hätte können? (Prophet 5 vielleicht?) – Der CS-80 war Vangelis‘ Lieblingsinstrument, und auch für Toto, Eddie Jobson (UK) oder Paul Mc Cartney damals unverzichtbar, für alle anderen eher unbezahlbar.


Lucky me

Ein wunderbarer positiver Kontrast zum „düsteren“ Intro der Platte. Gleich vorweg: Es singt auf der Platte ein mehr oder weniger unbekannt gebliebener (und leider schon verstorberner) Kim Beacon, Chester Thompson spielt Schlagzeug. Alles andere (auch Saiteninstrumente) wurde von Tony Banks gespielt.

Ein sehr entspanntes, wie üblich akkordreiches Stück mit wunderbaren Vocal-Harmonies. Geht ins Ohr und bleibt im Ohr! Tony Banks hat auf frühen Genesis Platten auch öfters 12-saitige Gitarren gespielt. Diese Fähigkeit setzt er hier sehr schön ein.

 

The Lie

Ein CP-70 Appeggio führt in das Stück ein. Ein Drumeinsatz führt in die rhythmisch interessante Strophe. Ein mächtiges Banks Akkordkonstrukt folgt nach der ersten Steigerung (auch nach der zweiten) – dann ein laidback Teil, der zum Refrain hochgesteigert wird. – dann wieder Introteil.

Das Strophen-Akkordkonstrukt gerät am Ende der zweiten Strophe außer Kontrolle, wohl bis jede Taste gedrückt wurde, dann endet das Stück


After the Lie

Es beginnt sehr lyrisch, auch gleich mit Gesang. Schwung kommt mit der Bridge auf – obwohl alles in Moll gehalten. Die Überleitung aus dem Refrain wieder in die Strophe ist ein Banks-Meisterstück!
Aus Moll wird mit dem dezenten Mellotronchor (?) und viel Strings Dur. Nein es ist natürlich keine Überleitung mehr es ist ein eigener Songteil.
Der Song endet mit dem ersten epischen Tony Banks Syntheziser Solo auf der Platte.


It’s a curious Feeling

Der Titeltrack beginnt mit einem kecken Ausruf. Das Stück an sich war lange mein Favourite, weil es im Prinzip wieder so ein geniales Ein-Basston-Stück ist! Und Chester Thompson zeigt, sein Groove-Talent!

„Say come with me then to the Garden of Eden
 Put back our bites from the apple of the Tree of Knowledge
 Be like the beasts again“

Vielleicht gerade heute wieder eine Lebensphilosophie?


Forever morning

Das Intro ist – gemessen daran, dass midifizierte Instrumente erst 4 Jahre später erfunden wurden meisterhaft. Verschiedene Keyboards „verschmelzen“ zu einem schönen Gesamtsound. Für ein Keyboarder-Soloalbum erlaubt schwülstig und dicht!

Schließlich wird ein Morgen (sprich Sonnenaufgang) vertont? – dann wieder CP-70 Chorus (ich könnte baden in diesem Klang!)

Es ist ein sehr schönes instrumentales Klangbild mit, verhaltenen und mehr schwülstigen Momenten!


You

Auch hier eröffnen Gesang und Akustische Gitarre gleichzeitig. Eine sehr lyrische, sentimentale Strophe beginnt ohne Vorwarnung. Es spielt noch kein Schlagzeug, aber die Melodie akzentuiert hier schon zum Teil einen Rhythmus.

Spät setzen dezente Drums ein.  Der erste Höhepunkt in Form eines schwungvollen Syntheziser-Solos nähert sich langsam und schwingt sich zu einem eindringlichen Thema auf. Danach wird der Schlagzeug-Drive raus genommen und es dominieren zahllose Syntheziser.

Danach wieder der typische Bruch mit raffinierten Banks Akkorden. Nur um wieder voll in das Solo einzusteigen, was jetzt soundmäßig etwas nach Judas Iscariot (von Rick Wakeman) klingt. Tony Banks war nie ein Minimoog-Spieler, aber wer weiß vielleicht stand da gerade Benny Andersons’s Moog zu Verfügung? (Anmerkung: Judas Iscariot stammt von Wakeman’s Criminal record von 1977 und wurde später erfolgreich von Sir Andrew Lloyd Webber  für das Phantom der Oper gestohlen!)

Der Hauptteil mit dem gesamten Keyboard Bombast erklingt noch einmal um diesmal mit den verträumten Akkorden der Überleitung den Song zu beschließen. 

 

Somebody Else’s Dream

Hier könnte man fast Phil Collins am Schlagzeug vermuten – es wäre selbstredend ein phänomenales Genesis Intro auch daraus geworden.

Squonk könnte ein bisschen Vorbild gewesen sein (Basspedal!). Der Song lässt einer tollen Vocal-Line des tollen Sängers Beacon viel Raum.

Die Sounds sind gewaltig, die Harmonien gut. Aber es stimmt dennoch nicht alles in dem Track. Das letzte Drittel klingt unnötig angestrengt und bedrohlich. Mit über 7 Minuten Länge verlangt  es dem Hörer auch erstmals Geduld ab.

 

The waters of Lethe

Zeit für Tony Banks unverkennbares Piano. Unverkennbar aber dennoch erst um 78/79 „erfunden“. Stimmungsvolles Instrumentalstück mit E-Gitarren Motiv in der Mitte – und sehr interessantem Schluss; auch über 6 Minuten lang

 

For a while

Ein sehr entspannter Titel (mit Video-Clip!) und vermutlich „die Single“ des Albums. Nette Gitarren Hookline! Dieses schlichte Arragement führt auch irgendwo in die Genesis-Anfangszeit zurück!

 

In the dark

Es wäre nicht Tony Banks, wenn er sich einen Schatz nicht bis zum Schluss aufgehoben hätte.
Alleine die ersten Klavierakkorde bis zum Einsatz des Gesanges sind wundervoll, als Klassik-Laie erinnern sie mich etwas an Franz Schubert!

Es ist eine kleine Miniatur, die das versteckte Konzeptalbum (Basis: Die utopische Kurzgeschichte Flowers For Algernon ) beendet: Der Mann hat seinen Verstand verloren und lebt nun in Dunkelheit.

If you know my story now,
 Please don't tell
 Don't want to hear,
 It can only bring me pain.
Maybe one day before I die
 I'll open that door,
 Maybe I'll cry,
 But for now I'll live in the dark.

 

Alleine diese letzten 4 Zeilen (insb. das „Maybe i’ll cry“),  machen mir es immer sehr schwer, hier nicht zu cryen !


Ich habe auch dieses Stück am Klavier schon versucht – es klingt einfach nie so schön wie auf dieser Aufnahme

So soll gute Musik treffen – mitten ins Herz

 

Dieses Album vereint kleines mit unglaublich großem. Vituosität mit Schlichtheit. Es ist ein Soloalbum im eigentlichen Sinne – Tony Banks sah sich nie als Sänger (obwohl er nicht untalentiert ist!) daher sind die einzigen Gäste Schlagzeug und Gesang. Aber wer eben nicht selbst singt, nicht so gewöhnlich bieder wie Phil Collins aussieht (sondern weitaus attraktiver ist/war), aber jemand anderen an das Mikrofon stellt, hat als Tasten-Solokünstler keine Chance – außer er heißt Rick Wakeman vielleicht.

Jede Note ist selbst geschrieben, arrangiert und eingespielt. Die Kompositionen stehen für mich weitgehend nicht auf höchster, sondern auf einer eigenen – einer Tony Banks Ebene.